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C. Bechstein

1859, Berlin

Flügel Nr. 124

Berlin 1853. Ein 27-jähriger Instrumentenbauer namens Friedrich Wilhelm Carl Bechstein aus Gotha, Neffe des thüringischen Schriftstellers, Märchensammlers und Sagenforschers Ludwig Bechstein, beschließt, das “Märchen seines Lebens” Realität werden zu lassen. Oder soll man sagen: die Vision? Er gründet seine eigene Werkstatt. Schon bald finden seine Flügel große Anerkennung bei den Pianisten wie Theodor Kullak, einem Schüler von Carl Czerny oder Hans von Bülow, einem Liszt-Schüler, der dann am 22.Januar 1857 die erste große pianistische Vorführung mit der Uraufführung der h-Moll-Sonate von Franz Liszt vollbringt: auf einem Flügel von Carl Bechstein.

Unser hier ausgestellter Bechstein-Flügel von 1859 kommt diesem Instrument sehr nahe. Die Fabrikationsnummer 124 ist nicht unbedingt zuverlässig, es kann sein, daß schon der zweite Flügel von Bechstein mit der Nummer 100 ausgestattet wurde, um eine größere Serienreife anzuzeigen.

Details

Länge:
200 cm
Breite:
137 cm
Höhe:
89 cm

Bautechnische Besonderheiten:
Bassbeule
Mechanik:
Gelenkwerk mit Stoßfangzunge, Herrburger-Schwander-Mechanik (hängende Stoßfangzunge) (Dämpfer bis d2)
Umfang der Klaviatur:
A2 – a4, 1-chörig mit Cu-umsponnenen Saiten (A2 – Dis1), 2-chörig mit Cu-umsponnenen Saiten (E1 – C), 3-chörig mit Cu-umsponnene Saiten (Cis – Fis), 3-chörig Stahlsaiten (G – a4)
Rahmen:
Halbgussrahmen, 5 Spreizen
Pedale:

zwei Pedale:
– links: Verschiebung
– rechts: Dämpfer

Grundform:
paralleler Saitenverlauf
Gehäusematerial:
Palisander
Tastenmaterial:
Untertasten Elfenbein, Obertasten Ebenholz
Signatur:
C. Bechstein Berlin
Fabrikationsnummer:
124

Restaurierungsgeschichte:
  • 2021-2022 umfassend restauriert von Markus Fischinger, Berlin

Bilder