Historische Instrumente Grid

Bartolomeo Cristofori (1655 – 1731) gilt als der Entwickler des ersten funktionierenden Klaviers. Auf der Basis eines italienischen Cembalos baute er um 1700 den ersten Flügel. Sein Auftraggeber war sein Dienstherr Ferdinando de Medici, der Auftrag lautete, ein „Cembalo“ mit „laut und leise“ = „forte e piano“ zu bauen. Damit war auch schon der bis heute im englischen Sprachraum geläufige Name des neuen Instrument geprägt. Drei der von Cristofori gefertigten Instrumente sind heute noch erhalten, aber nicht mehr spielfähig: je eines steht in Rom, New York und Leipzig.
Unser Instrument in der Bechstein-Sammlung ist eine getreue Kopie des Instruments in Leipzig. Die Mechanik bildet den Urtyp der heutigen sogenannten englischen Mechanik, die Hämmer sind an einer quer laufenden Leiste aufgehängt und werden durch einen auf einem Treiber aufgeleimten Stößer ausgelöst. Diese Mechanik-Art ist viel komplizierter aufgebaut als die spätere Wiener Mechanik, die auf Andreas Steins Erfindung basiert.
Der Klang der Instrumente Cristoforis ist noch cembalesk und hell, schon dynamisch zu färben, aber eben doch sehr fragil. Die Hammerköpfe bestehen aus gerolltem Pergament mit einem Lederflecken.
Details
Handregister: Una corda, Dämpfungsaufhebung, Pantalon
Original: Florenz ca. 1726, Standort heute Grassi-Museum Leipzig (Kopie von Kerstin Schwarz 1997)


