Historische Instrumente Grid

„Die Reihe der elektrischen Apparate zur Wiedergabe musikalischer Leistungen – das Grammophon, der Phonograph usw. – ist durch eine sehr geistreiche und in ihrer verhältnismäßigen Vollkommenheit erstaunliche Erfindung bereichert worden. Die Herren M. Welte & Söhne in Freiburg im Breisgau haben einen Mechanismus konstruiert, den sie „Mignon“ nennen und dessen gestrige Demonstration fast das ganze musikalische Wien in den kleinen Musikvereinssaal gelockt hat. Die Neuheit des Apparats besteht darin, daß er das Spiel des Virtuosen nicht auf phonographischem Wege, sondern durch das Klavier selbst reproduziert, daß es aber auch nicht wie Pianola und Phonola von einem Spieler in Bewegung gesetzt wird, sondern automatisch arbeitet. Ein mit dem Flügel verbundener Aufnahmeapparat fixiert nicht nur die einzelnen Töne, sondern auch die Nuancen des Anschlags, der Dynamik und der Pedalisierung auf Rollen, die über eine rotierende Walze laufen. Diese Walzen werden dann entweder einem Instrument – Piano oder Flügel – eingebaut oder als Vorsetzer angefügt und geben die pianistische Leistung mit einer individuellen Genauigkeit wieder, wie sie das Grammophon mit seinen, insbesondere bei Gesangsproduktionen, so lästigen Nebengeräuschen niemals erreicht. Auf welche Weise die Art des Anschlags (…) hier weich und differenziert erscheint und wodurch die genaue Pedalisierung wiederhergestellt werden kann, wird vorläufig vom Erfinder als Geheimnis bewahrt. Die Bedeutung der Erfindung ist nicht zu unterschätzen (…).“
Besprechung in: Die Zeit, 31. Mai 1905
Details
zwei Pedale:
– links: Verschiebung
– rechts: Dämpfer
- weitgehend Originalzustand
- 2006 Überholung der Welte-Mignon-Einbaumechanik durch Hans-W. Schmitz, Stuttgart








