Historische Instrumente Grid

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war zwar längst durch Edison ein zukunftsweisendes Gerät zur Aufnahme von Tönen geschaffen worden, sein Phonograph entstand schon 1877. Emil Berliner brachte kurze Zeit später die Schallplatte als Konkurrenz an den Markt – bis zur wirklich ausgereiften Wiedergabe akustischer Aufnahmen dauerte es aber noch einige Zeit.
In dieser Zwischenzeit entwickelten mehrere Erfinder Apparaturen zur Wiedergabe pianistischer Darbietungen mit Hilfe von Lochstreifen und Druckluft. Die frühesten sind die „Pianolas“ der Aeolian Company New York (1895) und die „Phonolas“ von Hupfeld in Leipzig (1902). In den USA kam „Duo-Art“ auf den Markt und ab 1904 präsentierte die Firma Welte-Mignon in Freiburg einen Vorsetzer, der einfach an einen normalen Flügel angedockt wurde und tatsächlich verblüffend gut klang.
Viele berühmte Pianisten nutzten diese verschiedenen Aufnahmesysteme bis ans Ende der 20er Jahre (Rudolf Serkin noch 1928). Große Namen auf heute wieder neu überspielten CDs sind Pianisten wie Alexander Scriabin, Horowitz, Debussy, Reger, Ravel, Josef Hofmann, Elly Ney, Edwin Fischer und viele andere mehr. Alle priesen damals die Wiedergaben als völlig authentisch – auch wenn wir das heute von perfekten Aufnahmen verwöhnt nicht mehr überall nachvollziehen können.
Die beiden Bechstein-Welte-Flügel der Sammlung Bechstein präsentieren späte Exemplare (1930 und 1938) dieser bereits wieder aussterbenden Art von Reproduktionsinstrumenten – der Rundfunk und die Schallplatte verdrängten schnell diese besondere Spezies.
Details
zwei Pedale:
– links: Verschiebung
– rechts: Dämpfer
weitgehend Originalzustand, nur an der Selbstspieleinrichtung wurden kleine Reparaturen durch Peter Zerriebel, Rodewisch, durchgeführt






