Historische Instrumente Grid

Gottfried Silbermann (1683 – 1753) gilt als der Entwickler des ersten funktionierenden Klaviers in Deutschland. Wie er ab ca. 1732 ein Instrument von Cristofori (siehe unser Exponat) so perfekt kopieren konnte, ist noch ungeklärt. Es existierte eine Zeichnung der Mechanik von 1709, aber nur damit kann man solch ein kompliziertes Instrument nicht nachbauen. Vielleicht befand sich im nahe gelegenen Dresden am Hofe des Italienliebhabers August des Starken ein von italienischen Musikern mitgebrachter Flügel, der dann analysiert wurde.
Jedenfalls lehnte Johann Sebastian Bach die ersten Instrumente Silbermanns noch ab. Erst später fand er Gefallen daran und trat sogar als Vermittler bei Verkäufen auf. Das einzige wirklich bezeugte Spielen Bachs auf einem Silbermann-Flügel fand 1749 im Schloß Sansoussi statt. Hier improvisierte Bach über ein vom König Friedrich II. gegebenes Thema und verwandte dieses dann später in seinem großen Werk „Musikalisches Opfer“.
Silbermann verwndet die Mechanik-Idee Crsitoforis, auch seine Hämmer bestehen aus gerolltem Pergaments mit Lederflecken und sind „englisch“ angebracht. Er verbesserte aber bereits die Steighöhe der Hämmer und damit die Effizienz des Anschlags.
Nach seinem Tod wanderten im Siebenjährigen Krieg etliche seiner Gesellen nach London aus („12 Apostel“), darunter solche später namhaft gewordenen Klavierbauer wie Zumpe und Buntebart. Sie begründeten die London Schule des Klavierbaus.
Details
Handregister: Una corda, Dämpfungsaufhebung, Pantalon
Freiberg/Sachsen 1749, Standort heute Musikinstrumentenmuseum Berlin (Kopie von Kerstin Schwarz 2013)



