Historische Instrumente Grid

Nanette Streicher (1769–1833) war eine herausragende Klavierbauerin der Wiener Klassik und eine der wenigen Frauen, die sich in diesem damals männerdominierten Handwerk erfolgreich etablierten. Sie trat 1805 in das Geschäft ihres Mannes, Johann Andreas Streicher, ein und übernahm nach dessen Tod 1821 die Leitung der Werkstatt. Unter ihrer Führung erlangte das Unternehmen internationalen herausragenden Ruf und wurde für die Qualität und Innovation der Instrumente, insbesondere der Hammerflügel bekannt. Charakteristisch war eine präzise Mechanik und ein feiner, warmen Klang.
Besonders in den 1820er Jahren entwickelte Nanette Streicher Modelle, die in ihrer Bauweise und Klangfülle den hohen Ansprüchen der Zeit gerecht wurden. Ihre Hammerflügel zeichneten sich durch eine variierte Dynamik aus, die den Übergang von sanften, lyrischen Tönen bis hin zu kraftvollen, expressiven Akkorden ermöglichte. Nanette Streicher setzte auf eine raffinierte Kombination aus sorgfältiger Holzarbeit und moderner Technik, wobei sie die Konstruktion des Hammermechanismus weiter verfeinerte.
Viele prominente Musiker, darunter Ludwig van Beethoven, Johann Nepomuk Hummel und Franz Schubert, schätzten ihre Instrumente und spielten auf ihnen. Besonders Beethoven soll auf einem von Nanette Streicher gebauten Klavier seine letzten Werke komponiert haben. Ihre Instrumente waren nicht nur in Wien, sondern auch in ganz Europa und darüber hinaus begehrt. Nanette Streicher trug entscheidend zur Entwicklung des modernen Hammerflügels bei und hinterließ ein bedeutendes Erbe.
Details
Ursprünglich fünf Pedale: Verschiebung, Fagott, einfacher Moderator, zwei- facher Moderator, Dämpfer
- 2023-2025 durch Robert Brown, Kirchweger sowie Skwierawski restauriert


