Seit vielen Jahen veranstaltet der rührige Verein Klassik in Spandau nun bereits die „Lange Nacht des Klaviers“. In diesem Jahr glänzten Teppei Kuroda, Elisabeth Tsai und Robert Neumann am C. Bechstein Konzertflügel D 282 und begeisterten das Publikum im gut besuchten Carl Bechstein Saal in Berlin-Spandau.
Der japanische Pianist Teppei Kuroda, der sein Konzertexamen bei Jacob Leuschner in Detmold absolviert hat und nun Kammermusik bei Markus Becker in Hannover studiert, eröffnete mit einer sehr differenzierten und charakterstarken Deutung von Beethovens Diabelli-Variationen. Elisabeth Tsai, die von Ronan O‘Hara an der Guildhall School in London unterrichtet wird, offenbarte sich mit Brahms‘ Vier Klavierstücken op. 119 und Schuberts G-Dur-Sonate D 894 als klangsensible Lyrikerin. Robert Neumann schließlich, Gewinner des Internationalen Deutschen Pianistenpreis 2025 und noch Student von Eldar Nebolsin an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin, sorgte für den Höhepunkt des Abends: Liszts Dante-Sonate spielte er geradezu rauschhaft mit ungemein weiter Dynamik und beeindruckender Virtuosität. Und aus Chopins Etüden op. 25 formte er zwölf wunderbare Charakterstücke, sang Haupt- und Nebenstimmen aus und brillierte mit einer großen Leichtigkeit auch in den vielen sehr schnellen Etüden. Als Zugabe improvisierte Neumann in Tonarten und im Stile von Komponisten, die ihm das Publikum zugerufen hatten. Und Bach und Rachmaninow hätten wohl ihre Freude daran gehabt.
Fotos © Gregor Willmes






